Mit der geplanten Übernahme von Reisewelt erweitert Ruefa sein österreichisches Filialnetz auf 100 Reisebüros. Die Transaktion verändert vor allem in Oberösterreich die Reisebürolandschaft. Ein Vergleich mit TUI Das Reisebüro zeigt zugleich die Bedeutung großer stationärer Vertriebsnetze.
Die zum VERKEHRSBUERO gehörende Ruefa GmbH plant die vollständige Übernahme der Reisewelt GmbH mit Sitz in Linz. Verkäufer sind die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und Blaguss. Der Vollzug ist für Ende 2026 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.
Reisewelt und die ebenfalls zum Unternehmen gehörende Marke „Die Reiserei“ bringen 31 Filialen und rund 170 Mitarbeiter:innen in die Transaktion ein. Nach Abschluss soll das österreichweite Vertriebsnetz von Ruefa 100 Reisebüros umfassen. Rechnerisch verfügt Ruefa derzeit über 69 Standorte.
100 Ruefa- und 62 TUI-Standorte
Neben Ruefa zählt TUI Das Reisebüro zu den großen stationären Reisebüroorganisationen Österreichs. TUI verfügt aktuell über 62 Standorte von TUI Das Reisebüro. Nach erfolgreicher Integration von Reisewelt wird es damit 100 Ruefa-Reisebüros und 62 Filialen von TUI Das Reisebüro geben.
Schwerpunkt Oberösterreich
Besonders sichtbar wird die Veränderung in Oberösterreich. Von den 31 Reisewelt-Standorten befinden sich 18 in Oberösterreich. Weitere vier liegen im Burgenland, vier in Wien, drei in Salzburg sowie jeweils einer in Niederösterreich und der Steiermark.
Zur Transaktion gehören neben den Reisebüros von Reisewelt und „Die Reiserei“ auch die Flugabteilung sowie das mit Blaguss betriebene Gruppenreisegeschäft an Standorten in Wien und im Burgenland. Nicht Teil des Verkaufs ist der Bereich Gruppen- und Funktionärsreisen am Standort Linz.
Reisebüro und digitaler Vertrieb
Die Erweiterung des Filialnetzes ist auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung bemerkenswert. Sowohl Ruefa als auch TUI verbinden persönliche Beratung zunehmend mit digitalen Angeboten.
Ruefa investiert in modernisierte Reisestores und digitale Beratungslösungen. Dazu gehören Online-Terminvereinbarung und Videoberatung. 2026 kam ein Service hinzu, über den mit KI recherchierte Urlaubsideen an Reiseberater übermittelt und zu Angeboten weiterentwickelt werden können.
Auch TUI verbindet seine Filialorganisation mit digitalen Services und betreibt in Österreich ein eigenes Servicecenter. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen unterschiedliche stationäre Formate. 2025 eröffnete in Graz etwa die erste österreichische airtours travel boutique für das hochwertige Individual- und Luxusreisesegment.
Damit zeigt sich bei beiden Unternehmen eine Verbindung von stationärem und digitalem Vertrieb. Das Reisebüro entwickelt sich zunehmend zum Beratungs- und Servicepunkt, ergänzt durch digitale Kontakt- und Buchungsmöglichkeiten.
Reisebüromarkt bleibt vielfältig
Mit der Integration von Reisewelt würde Ruefa künftig über 100 Standorte verfügen, TUI Das Reisebüro aktuell über 62. Daneben bleibt der österreichische Markt von regionalen Reisebüros, Kooperationen und unabhängigen Anbietern geprägt. Persönliche Kundenbeziehungen, regionale Verankerung und Spezialisierung bieten weiterhin Möglichkeiten zur Positionierung.
Die geplante Übernahme zeigt damit vor allem, dass der stationäre Reisevertrieb in Bewegung bleibt. Ruefa erweitert sein Netz durch einen etablierten regionalen Anbieter, während TUI ebenfalls über eine breite österreichweite Präsenz verfügt. Gleichzeitig investieren beide Unternehmen in die Verbindung persönlicher und digitaler Beratung.
Die Struktur der österreichischen Reisebürolandschaft verändert sich – die grundlegende Entwicklung ist bei beiden Filialorganisationen jedoch ähnlich: Das Reisebüro bleibt bestehen, während sich die Art der Beratung sowie der Kontakt zu Kundinnen und Kunden weiterentwickeln.
